Legenden und Geschichten von Schloss Uschhorod
Wissen Sie, was Ihnen die Mauern des Schlosses Uschhorod erzählen? Im XVII. Jahrhundert war das Schloss Uschhorod im Besitz von Kapitän Druget. Er hatte eine wunderschöne Tochter. Ihre Augen waren so blau wie der Himmel, und ihr Haar hatte die Farbe der strahlenden Sonne. Damals zogen die polnischen Truppen von Fürst Lubomirski durch das Land. Transkarpatien, näher und näher an Uschhorod heran. Einer der Adligen begab sich im Rahmen einer geheimen Mission in die Stadt. Es ist nicht bekannt, wie es dazu kam, aber die junge Tochter von Druget verliebte sich in den Polen und verriet ihm alle Geheimnisse des Schlosses.
Als der wütende Vater von dem Verrat seiner Tochter erfuhr, befahl er sofort, sie lebendig in der Burgmauer einzumauern. Seitdem kennt die Seele des Mädchens keine Ruhe und wandert nachts als weißer Schatten durch die Gänge des Schlosses. In windigen Nächten kann man ihr Stöhnen hören. Die Menschen nennen den Geist des Mädchens die weiße Jungfrau.
Dies ist die Legende von Stadt Uschhorod, die sehr interessante Fakten enthält. Und diese Geschichte hat ihre Daseinsberechtigung. Im Mittelalter gab es nämlich den Brauch, Menschen lebendig in den Mauern einer Festung zu begraben – dem Glauben nach stärkte dies die Verteidigungsfähigkeit der Festung. Besonders häufig wurden Kinder oder Jungfrauen eingemauert. Es wurde geglaubt, dass ihre reinen Seelen die Burg schützen würden. Wenn man bedenkt, dass die Mauern um die Burg Uschhorod in den Jahren 1653-1658 gebaut wurden, also genau während der polnischen Invasion, wer weiß… Vielleicht beruht diese Legende auf wahren Begebenheiten. Oder vielleicht gibt ein Fass oder ein Krug, der in einer Ecke der Burg eingemauert ist, ein Geräusch von sich, das einem Stöhnen ähnelt. Auf diese Weise rächten sich die mittelalterlichen Steinmetze an Kunden, die ihre Arbeit nicht gut bezahlten.